Mit Vollgas ins Ungewisse

Von der Wissenschaft zur Grenzerfahrung

Das Schicksal ist unerbittlich und gnadenlos. Es lässt sich nicht übertölpeln. Mitten in meiner Ausbildung am Alfred Adler Institut in Zürich, machte ich die erste, tiefe Grenzerfahrung. Die Scheidung von meiner Frau und meinem Sohn Samuel, traf mich aus heiterem Himmel und warf mich aus meiner Lebensbahn. Da passte der Traum genau dazu, der mich damals lange begleitete und beschäftigte, von einem Zug, in dem ich als Lockführer sass, aber vor mir war nur Schutt und Geröll. Als der Zeiger auf der Uhr immer näher auf die Abfahrtszeit rückte, sagte mir eine innere Stimme, dass ich den Hebel nur ganz nach vorne schieben solle, sozusagen mit Vollgas ins Ungewisse. Tatsächlich funktionierte es, der Schutt liess sich mühelos wegdrücken und Stück für Stück der Schienen erschien unmittelbar vor mir.

Das gab mir eine Ahnung davon, wie sich meine Probleme lösen liessen. Mit Vertrauen in meine Kräfte oder so ähnlich, doch ich wollte mehr darüber wissen und stiess dank gnädiger Führung des Schicksals, in der Buchhandlung genau auf das Buch, das mich auf diesen Weg brachte. „Die dunkle Seite des inneren Kindes“, von Stephen Wolinsky.

Ich stand am Ende meiner Ausbildung zum Psychiatriepfleger, machte gleichzeitig am Alfred Adler Institut mein Studium zum „Individual Psychologen“, als diese Scheidung meinen Lebenslauf nicht unwesentlich veränderte.